Agenda 21

144890715354604100_resizedIm Schuljahr 2014/15 haben die SchülerInnen Brutröhren aus Bambus als Nisthilfen angefertigt, diese entweder gebündelt oder in einen Hohlblockstein gesteckt. Die SchülerInnen konnten so durch entdeckendes Lernen feststellen, dass die im Handel angebotenen Insektenhotels qualitativ oft unzureichend sind, weil sie mit fransigen Bohrungen in Weichhölzern oder mit scharfkantigen Hohlblocksteinen bestückt sind.

Mit einfachen aber sinnvollen Nisthilfen können die Schüler so ihren Beitrag zur Erhaltung der nützlichen Wildbienenarten leisten.

Neben den unmittelbaren Arbeiten am Wildbienenhaus kümmern sich die SchülerInnen auch um die Arbeiten rund um das Wildbienenhaus. So pflegen sie beispielsweise den Schulgarten oder säen Bienenweidepflanzen wie die Phacelia aus, die besonders reichhaltig Nektar und Pollen erzeugen und deswegen für Wildbienen ein „willkommenes dsc00212Fressen“ sind: Den Nektar der Bienentrachtpflanze benötigen die Wildbienen als Nahrung, den Pollen bringen sie in die Brutröhre ein, legen darauf ein Ei und verschließen die Zelle. Eine Zelle ist ca. 1,5 cm lang. Je nach Nahrungsangebot und Wetterbedingungen legt die weibliche Wildbiene mehrere Zellen in einer Brutröhre an. Dieses Brutgeschäft erledigt nur die weibliche Wildbiene, die männliche hat ihre Begattung als Aufgabe und bestäubt unsere Blütenpflanzen.

Im Schuljahr 2016/2017 wurde das „Bienenhotel“ um ein Schutznetz erweitert, welches das Wildbienenhaus und die darin lebenden Insektenlarven vor Schäden schützen soll. Da das Bienenhotel auf dem Schulhof steht, besteht nämlich die Gefahr, dass es z.B. unabsichtlich von Fußbällen getroffen oder beim Spielen angestoßen wird. Die Schülerinnen und Schüler der Garten-AG überlegten sich daher eine Lösung und arbeiteten hart, um das Wildbienenhaus für das kommende Frühjahr vorzubereiten.

Dokumentation des Projektes

Auf mehreren Plakaten, die im Schulgebäude ausgestellt sind, geben die SchülerInnen ihren MitschülerInnen und Besuchern unserer Schule einen Einblick in die Welt dieser kleinen Lebewesen, die zu 50% auf der Roten Liste stehen. In Deutschland gibt es nur noch ca. 550 Wildbienenarten. Bestückt mit Wildbienenfotos zeigen die Plakate einen Ausschnitt der

verschiedenen Wildbienenarten. Drei Arten – die Mauerbiene, die Hahnenfuß-Scherenbiene und die Löcherbiene – stellen die SchülerInnen in Steckbriefform auf den Plakaten vor. Zusätzlich sollen die wichtigsten, allgemeinen Informationen über das Leben der Wildbienenarten einen kleinen Einblick geben, wobei hier der Fokus auf weniger Text und mehr auf Fotos und Zeichnungen gelegt wird.

Ziele und Bedeutsamkeit des Projektes

DSCN2384„Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“ Dieser Spruch, der Albert Einstein zugeschrieben wird, macht nicht nur nachdenklich, sondern fordert gleichzeitig ein Umdenken in der Nutzung und Gestaltung unserer Natur. So sollten etwa Blühpflanzen an Straßenrändern nach der Blüte nicht sofort heruntergemäht und gehäckselt und mehr Toleranz für Wildkräuter in heimischen Gärten aufgebracht werden, uvm. Unseren SchülerInnen möchten wir durch unser Projekt dieses Bewusstsein vermitteln.

Agenda 21

Was bedeutet Agenda 21?

Agenda ist ein lateinisches Wort und bedeutet „Was zu tun ist“ oder „Fahrplan für die Zukunft“. 21 steht für das 21. Jahrhundert.

Im Juni 1992 fand in Rio de Janeiro die „Konferenz für Umwelt und Entwicklung“ statt, auf der ein Überlebensfahrplan für das 21. Jahrhundert festgelegt wurde.

Hier wurde festgeschrieben, dass jeder Mensch so handeln muss, dass auch die nachkommenden Generationen auf unserer Erde eine lebenswerte Zukunft haben (Nachhaltigkeit).

Was bedeutet das für unsere Schule?

Wir haben ein entsprechendes Aktionsprogramm für unsere Schule erstellt und führen es aus.

Für unsere Schule als christlich orientierter Schule kommt hinzu, dass wir der „Bewahrung der Schöpfung“ verpflichtet sind, wie sie im Schöpfungsbericht als Auftrag Gottes an die Menschen gegeben ist.

Dabei ist es wichtig, die Schülerinnen und Schüler als ganze Person anzusprechen und ihnen zu vermitteln, dass ein Konsumverzicht und ein Handeln im Sinne der Nachhaltigkeit nicht ein schlechteres Leben bedeutet, sondern insgesamt zu einer positiven Entwicklung führen können (soziale Gerechtigkeit).

Da Schule einen Erziehungsauftrag hat, müssen wir hier gezielt ansetzen und unsere Schülerinnen und Schüler sensibel machen für Umweltfragen und ihnen die Möglichkeit zum Einüben von Alltagstechniken in diesem Bereich geben.

In der Arbeitswelt ist der Umweltgedanke schon fortgeschritten, d.h. wir müssen die Schülerinnen und Schüler auch in dieser Hinsicht auf ihre Zukunft vorbereiten.

In der Frage des umweltgerechten Verhaltens ist die Mitarbeit und Erziehung durch die Eltern unbedingt erforderlich und die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus unerlässlich.

In welchen Bereichen können wir Nachhaltigkeit leben und den Umweltgedanken üben?

Atmosphäre – Soziale Gerechtigkeit – Pausenfrühstück – Energie — Schulartikelverkauf – Schulgarten – Müll – Unterricht – Verkehr

Atmosphäre

Ziel: In den Klassenräumen, auf den Fluren, in der Pausenhalle und auf dem Schulhof eine Stimmung schaffen, in der alle sich wohlfühlen können.

Was wir bisher schon tun:

  • gemütliche Gestaltung von Klassenräumen auch mit Pflanzen
  • Pflanzen, Kakteenvitrine, Aquarium, Wandgestaltung in Fluren und Pausenhalle
  • Bänke auf dem Schulhof

Soziale Gerechtigkeit

Ziel: Steigerung der sozialen Kompetenz

Was wir bisher schon tun:

  • Wanderung gegen den Hunger
  • Schule ohne Rassismus
  • Soziales Seminar
  • Schulsanitäter

Pausenfrühstück

Ziel: Gesunde Ernährung

Was wir bisher schon tun:

  • Angebot von gesunden Lebensmitteln durch Eltern

Schulartikelverkauf

Ziel: Alle benutzten Schulartikel sind umweltfreundlich

Was wir bisher schon tun:

  • Angebot des Verkaufs einmal wöchentlich
  • Verkauf an Elternsprechtagen und auf Weihnachtsmärkten

Energie

Ziel: Strom um 10% und Heizenergie um ca 30% senken

Was wir bisher schon tun (können):

  • Licht nur wenn nötig einschalten
  • Sinnvoll lüften
  • Pavillon- und Pausenhallentüren während der Unterrichtszeit schließen
  • Einsatz einer Photovoltaikanlage – Stromerzeugung mit Hilfe der Sonne
Kinder- und Jugendumweltpreis der Stadt Dortmund

Unsere Schule war mehrfach Träger des Kinder- und Jugendumweltpreises der Stadt Dortmund. Auch in diesem Jahr wurde uns der Preis für ein Projekt, in welchem ein Insektenhaus zur Erhaltung von Wildbienen und anderen Nützlingen auf dem Schulhof errichtet wurde, verliehen.

Das Projekt startete im Jahr 2011 mit der Errichtung des Wildbienenhauses, das seitdem jedes Jahr im Rahmen des Wahlpflichtunterrichtes „Naturwissenschaften – Gartenbau“ durch verschiedene Schülergruppen der achten Klassen mit selbsterstellten Nisthilfen für Wildbienen aufgestockt wird.

Die Nisthilfen stellten die SchülerInnen aus unterschiedlichen Materialien her: In Hartholzblöcken bohren sie 2 bis 6 mm breite und ca. 18 cm lange Brutröhren. Auch Buddlejazweige eignen sich für Nisthilfen:144890721273985700_resized

Dazu schälen die SchülerInnen zuerst die Rinde von den Zweigen ab, kürzen diese auf 20 cm Länge und bohren anschließend das Mark heraus. Einfacher und genauso effektiv ist die Verwendung von Bambus, denn dieser ist hohl und somit fällt die Bohrarbeit weg. Die SchülerInnen müssen lediglich die Brutröhrenlänge von 20 cm anhand des Bambusknotens ermitteln und sägen den Bambus bei der gewünschten Brutröhrenlänge ab.

Diese Arbeiten können SchülerInnen dieser Altersgruppe problemlos erledigen.